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Es herrscht Unruhe in der digitalen Szene. Wer heute durch Fachmagazine blättert oder die neuesten Ankündigungen von OpenAI und Google und Co. verfolgt, liest von der „Demokratisierung der Technik“. Was für die einen nach Fortschritt klingt, löst bei vielen Webagenturen und Freelancern Angst und eine existenzielle Krise aus. 

Die brennende Frage: Wenn eine KI in Sekunden sauberen Code schreibt, Datenbanken strukturiert und Layouts auf Knopfdruck generiert – wofür braucht es uns dann noch?

Die Antwort von uns bei djumla ist klar, aber radikal: Das rein technische Handwerk stirbt als Alleinstellungsmerkmal. Wir erleben gerade das Ende der „digitalen Werkbank“. Und das ist die größte Chance, die unsere Branche – und vor allem unsere Kunden – je hatten.

Der Commodity-Schock: Warum die „einfache Website“ kein Businessmodell mehr ist

Die Zeiten, in denen man als Webdesigner gut davon leben konnte, Standard-Templates anzupassen oder einfache Firmen-Homepages „zusammenzuschrauben“, sind vorbei oder werden auf absehbare Zeit aussterben. Low-Code-Plattformen und generative KI werden diesen Markt übernehmen und einfache technische Lösungen auch für Laien die Erstellung von eigenen Websites ohne Probleme ermöglichen. 

Der Trend zu Vibe-Coding und No-Code-Lösungen lässt schon jetzt erahnen, dass sich diese Entwicklung auf absehbare Zeit auch auf die Entwicklung komplexerer (Web-)Applikationen auswirken wird und auch dieses Geschäftsfeld mittelfristig unter enormen Druck setzen wird.

Dieser Trend führt zu einer schmerzhaften, aber notwendigen Markterosion:

  • Sinken der Nachfrage bei Standard-Lösungen: Kleinstaufträge (die einfache Firmen-Homepage, der Standard-Shop etc.) wandern (zu Recht) zu KI-Baukästen ab. Dieser Markt für Agenturen schrumpft rasant und wird auch nicht mehr wachsen.
  • Preiskampf im Kleingeschäft: Wer sich nur über den Prozess der technischen Erstellung von Websites definiert, konkurriert heute mit Tools, die fast kostenlos sind. Diesen Kampf kann man als professioneller Dienstleister nicht gewinnen - zumindest nicht, wenn man von seiner Arbeit leben möchte.
  • Die Angst der Agenturen und Freelancer: Wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen - Verweigerung hilft niemandem weiter! Ja, viele “traditionelle” Berufsbilder der Webbranche wird es in wenigen Jahren nicht mehr geben. Wer heute noch glaubt, technisches Know-how allein sei ein Schutzschild gegen die Automatisierung, hat die Zeichen der Zeit übersehen.

Die Falle des technischen USP: Warum Marke die neue Technik ist

Früher war ein „schnelles CMS“, eine „mobile Optimierung“ oder „sauberer Code“ ein echtes Verkaufsargument. Heute sind das Mindestanforderungen an eine Website und kein Benefit. Es ist wie bei einem Auto: Niemand kauft einen Wagen, nur weil er funktionierende Bremsen hat – das setzt man voraus.

In einer Welt, in der technische Umsetzungskosten und Entwicklungszeiten durch KI drastisch sinken, wird der technische Vorsprung als Differenzierungsmerkmal immer instabiler. Wenn jeder – auch Ihre Konkurrenz – Zugriff auf die gleiche hocheffiziente Engine hat, womit gewinnen Sie dann noch?

Unsere Meinung: Durch radikale Authentizität und strategische Markenführung.

In einer Flut von KI-generiertem Einheitsbrei wird die menschliche Differenzierung zum wichtigsten Gut. Kunden binden sich nicht an Code-Zeilen, sondern an echte, greifbare Marken. Der Fokus verschiebt sich zurück zum Kern: Wer sind Sie? Was unterscheidet Sie wirklich? Und wie schaffen wir es, dass Ihr Kunde das in den ersten drei Sekunden auf Ihrer Seite spürt? Traditionelle Disziplinen wie Positionierung, Sichtbarkeit und emotionaler Markenaufbau werden wichtiger denn je.

Das neue Rollenbild: Vom Dienstleister zum strategischen Navigator

Wir bei djumla haben den Blaumann gegen den Beratungshut getauscht – ohne unsere Leidenschaft für exzellente Technik zu verlieren. Aber wir nutzen Technik heute als das, was sie ist: ein Werkzeug, kein Selbstzweck. Unsere Rolle und Arbeitsweise hat und wird sich in vier entscheidenden Verantwortungsbereichen verändern:

Business Discovery & Architektur-Audit

Bevor die erste Zeile Code geschrieben (oder generiert wird), muss das Geschäftsmodell von Kund:innen kritisch betrachtet und verstanden werden. Die Frage als Agentur an Kunden darf nicht (mehr) lauten: „Was wollt ihr bauen?“, sondern „Welches (unternehmerische) Problem soll gelöst werden?“. Dabei muss die bestehende technische Infrastruktur betrachtet und Optimierungs- und Integrationspotenziale aufgezeigt werden.

Was resultiert daraus für uns als Agenturen und Expert:innen? Wir müssen Trends und Entwicklungen offen gegenüberstehen und die Zeit nutzen, sich in eben diese einzuarbeiten. Nur so können wir unseren Beratungsaufgaben in Zukunft gerecht werden und uns auf einem neuen Markt positionieren. Und sind wir mal ehrlich - sind es nicht auch irgendwie schöne Aussichten, nicht zum x-ten Mal dieselben Einstellungen in irgendeinem Template-Framework vorzunehmen, sondern die eigene Arbeitszeit für Aufgaben zu nutzen, die Kund:innen einen strategischen Mehrwert bieten?

KI-Orchestrierung & Prozess-Integration

Die Herausforderung ist heute nicht mehr der Bau einer Website oder Applikation, sondern die intelligente Verknüpfung. Wie automatisieren wir bspw. den Workflow zwischen Website, CRM und ERP? Wie können KI-Lösungen (intelligent, und nicht weil gerade jeder irgendwas mit KI macht) integriert werden. Wir werden Dirigenten eines komplexen digitalen Orchesters.

Wirtschaftlichkeitsprüfung (ROI-Wächter)

Unsere These: Agenturen agieren in Zukunft wie ein externer CTO. Sie bewerten Maßnahmen nach ihrem Impact. Oft bedeutet gute Beratung auch, dem Kunden von einer teuren Individuallösung abzuraten, wenn eine schlaue Standard-Integration wirtschaftlicher ist. Als Agentur ist es unsere Pflicht die digitale Landschaft und Tools  zu kennen, einen Überblick über Möglichkeiten zu haben und wirtschaftliche Einschätzungen zu Projekten zu geben.

Psychologie & User-Führung

Wir gestalten keine Oberflächen, wir gestalten Nutzererfahrungen. Niemand weiss, wie das Web in 5 Jahren aussehen wird, wie Menschen mit Marken und Endgeräten in Kontakt treten. Unabhängig vom jeweiligen Touchpoint ist es unsere Aufgabe eine möglichst “smoothe” und authentische Erfahrung für Endkund:innen zu bieten - sei es auf der Website, in Voice-User-Interfaces oder wo auch immer unsere Kund:innen und deren Endkund:innen in Zukunft in Kontakt stehen werden.

Das Ende der Einzelkämpfer: Stärke durch Netzwerke

Ein weiterer unbequemer Fakt: Die Komplexität moderner Webprojekte – von der DSGVO-Sicherheit über komplexe API-Strukturen bis hin zur Markenstrategie – ist für „Einzelkämpfer“ kaum noch seriös abdeckbar. Webagenturen sind schon heute keine reinen technischen Dienstleister mehr, sondern besetzen in aller Regel gleich mehrere Rollen (zumindest ist das der Anspruch der Endkund:innen):

  • Juristischer Berater (DSGVO, EU AI-Act etc.)
  • (Web-)Designer
  • Hosting-Experten
  • SEO/GEO-Experten
  • Online-Marketing-Spezialisten

Schon heute sind Webagenturen in aller Regel der Ansprechpartner für alles rund um das Thema Internet.

Wer als Einzelkämpfer versucht, alles abzudecken, wird zum Generalisten des Mittelmaßes oder kann einzelnen Anforderungen von Endkund:innen schlicht nicht gerecht werden. Wir bei djumla glauben fest daran, dass die Zukunft in starken Netzwerken liegt. Die Agentur der Zukunft ist ein Knotenpunkt, ein Ökosystem. Einzelkämpfer:innen müssen sich in Netzwerken zusammenfinden. Das bietet Kunden die Sicherheit einer großen Agentur bei der Agilität eines Spezialistenteams. 

Fazit: Die Zukunft gehört den Mitdenkern

Ja, die Rolle des Webentwicklers und Designers verändert sich radikal - das mag für manchen unbequem sein, die Veränderung ist aber bereits in vollem Gange und wir sich auch nicht mehr umkehren. Das Handwerk wird unsichtbarer, die Beratung wird lauter. Klar ist aber auch: Wer sich heute dieser Entwicklung verschließt und die Abwehrhaltung einnimmt, der wird damit morgen in der Bedeutungslosigkeit versinken. Wir müssen offen bleiben, die neuen technologischen Möglichkeiten umarmen und uns auch die Zeit nehmen einfach mal mit diesen “rumzuspielen” um Potenziale zu entdecken.

Wir alle erinnern uns an die spielerischen – teils sehr „eigenwilligen“ – Weblayouts der frühen 2000er. Es war eine Zeit, in der technische Möglichkeiten nicht nur genutzt, sondern zelebriert wurden. Heute sehen wir bei neuen Technologien dieselben drei Zyklen der Adaption:

  1. Die Explorations-Phase (Das "Was geht?") Sobald eine neue Technologie den Mainstream erreicht, verwandelt sie sich in eine digitale Spielwiese. Neugierige testen die Grenzen aus, ignorieren Konventionen und fragen sich: „Was ist technisch überhaupt machbar?“ Hier entstehen die ersten, oft noch ungeschliffenen Prototypen.
  2. Der Peak der Extravaganz (Das "Schau her!") Auf die Neugier folgt der Übermut. In dieser Phase wird das Experimentieren auf die Spitze getrieben. Es entstehen Lösungen, die zwar technisch beeindruckend und auffällig sind, aber oft den Pragmatismus und die User Experience vermissen lassen. Es ist die Ära der Implementierung um der Implementierung willen.
  3. Die Phase der Konsolidierung (Das "Was hilft?") Nachdem der erste Hype verflogen ist, setzt die Vernunft ein. Die Spielereien weichen bewährten Mustern. Wir lernen, die Technologie sinnvoll und nutzerzentriert einzusetzen. Aus dem Spektakel wird ein Werkzeug, das echten Mehrwert schafft.

Aber das ist eine gute Nachricht für alle Unternehmen, die Lust haben wirklich mitzudenken, die Probleme der Kunden zu verstehen und sich als digitaler Sparringspartner positionieren möchten. Die Webagentur der Zukunft ist eine Mischung aus Unternehmensberatung, Psychologie-Labor und technischem “Architekturbüro”.

Bei djumla freuen wir uns auf diese Ära. Wir sind bereit, die Verantwortung für digitalen Erfolg zu übernehmen – nicht nur für das Funktionieren von Buttons.

Technik ist heute machbar. Strategie ist entscheidend. Lassen Sie uns gemeinsam entscheiden, wohin Ihre Reise geht.

Externe Quellen & Weiterführende Analysen

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